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Schweigegelübde im Schlafzimmer – ein Stummer Diener ist Ihrer Hose bester Freund

Stummer DienerHauspersonal ist teuer, mitunter verschnupft oder versnobt und außerdem könnte es Tafelsilber klauen. Die Zeiten, wann Roboter den kompletten Service liefern, sind noch nicht angebrochen. Also, was bleibt? Möbelstücke, die den Kammerdiener ersetzen, den Mund halten und auch das Tafelsilber dort lassen, wo es hingehört. Kleiderständer auf Rollen oder auch ohne Fahrgestell sind mit anderen Helferlein wie dem Fensterputz- und Staubsaugeroboter, der Spülmaschine und der Oma für die Kinderbespaßung ein praktischer Ersatz für die unerschwingliche Dienerschaft. Sie schaffen, etwas Disziplin beim Besitzer vorausgesetzt, Ordnung unter dessen abgelegten Kleidungsstücken und machen so das Leben etwas leichter. Sind Sie bereit, sich weiter über ein ebenso einfaches wie zweckmäßiges Dienstleistungsmöbel zu informieren? Dann könnte dieser Artikel Ihnen vielleicht weiterhelfen.

Was ein stationärer oder fahrbarer Kleiderständer ist

Gestelle, die eine abgelegte Kleidung aufnehmen oder beim Ankleiden assistierend vorhalten, gibt es viele. Im Alltag wird man schon einen gewohnheitsmäßigen Ort haben, der für solche Zwecke dient - bestenfalls ist das ein Stuhl. Die Überbekleidung hat man an der Garderobe gelassen (so man eine solche besitzt, aber das ist ein anderes Thema), das Jackett oder der Pullover mag dann über die nächstbeste Stuhllehne gehängt werden. Die Glanzstunde für einen stummen Diener schlägt aber dann, wenn das Entkleiden noch weiter geht, also auch die Hose, das Hemd und die Socken abgelegt werden. Ab da beginnt das Szenario auf einem gewöhnlichen Stuhl ebenso unordentlich wie unschön auszusehen. Seiner geringen Organisationsfähigkeit wegen wird es auf einem Stuhl oder auf der Bettkante mit jedem Kleidungsstück unübersichtlicher. Anders bei einem Kleiderständer auf Rollen - je nach Bauart kann dieser nahezu alles aufnehmen, was der Besitzer abzulegen hat, um in seinen Pyjama zu wechseln. Aus der Verlegenheit heraus, keinen Diener zu haben, nicht mal einen Lohndiener, entstand ein Kulturobjekt. Es kann vielerlei Formen annehmen und für gerade mal ein Stück Oberbekleidung oder eine ganze Vollausstattung formeller Aufmachung eine temporäre Heimstatt bieten, bis hin zu den Manschettenknöpfen. Es vereinigt Zweckmäßigkeit mit gefälligem Aussehen.

Rückblick in die Kulturgeschichte

Die Geschichte dieses Möbelstücks geht natürlich bis in Zeiten zurück, als Diener noch aus Fleisch und Blut zu sein pflegten und vor allem in aristokratischen und großbürgerlichen Haushalten vorhanden alle möglichen Dienstleistungen erbrachten. An diesem Lebensstil orientierten sich weniger betuchte Haushalte, ohne solche Gebräuche übernehmen zu können. Ein Kleiderständer war allemal billiger in der Anschaffung und im Unterhalt als ein Dienstbote, weshalb man ihm halb im Scherz den Namen ‚Stummer Diener’ gab. Er mochte so unauffällig und verschwiegen wie ein echter Diener von Format sein, der sich gewissermaßen ‚unsichtbar‘ machen konnte und in diesen Gegenwart gesprochen wurde, als wäre er nicht da - oder eben ein Möbelstück aus Holz. Andere Namen sind der ‚Herrendiener‘, der ‚Dressboy‘ oder der ‚Stille Diener‘.Dabei war es allein wegen des Umfangs der Kleider leichter, einen ‚Herrendiener‘ aufzustellen, als einen ‚Damendiener‘. Letztere waren also schon alleine wegen des Aufwandes beim Anlegen oder Ablegen von voluminösen Kleidern viel mehr auf menschliche Dienstboten angewiesen als die Herren. Gestelle fürs Aufbewahren der Kleidung muss es fast so lange gegeben haben wie es Kleidung selbst gab, die zu schade war, um sie auf den Boden zu werfen. Eher spät kann man dagegen den Ständer mit Rollen ansetzen. Er stellt eine Komplikation des einfachen Konzepts dar, die lange Zeit als zu unwesentlich betrachtet worden wäre und zu Zeiten, als noch nicht überall Baumärkte mit Möbelrollen verfügbar sind, auch den Aufwand nicht rechtfertigten einer Aufrüstung mit Rollen. Als fahrbarer Kleiderständer spielt der Diener dann schon in der Oberliga, denn Rollen findet man nicht an vielen Modellen. Anderenseits machen Rollen den Stillen Diener aber auch weniger geeignet, sich beim Umkleiden darauf zu stützen.

Welche Bauarten eines Stummen Dieners gibt es?

Eine feste Form für alle Kleiderständer gibt es nicht. Der Fantasie des Schreiners bleibt es überlassen, wie seine Ausfertigung aussehen wird und welche Funktionen er ihr zubilligen möchte. Eine Preisfrage wird sich an Materialgüte und Umfang an Funktionen festmachen lassen. In seiner Minimalform wird ein Stummer Diener kaum mehr wie ein Kleiderbügel auf einem Ständer aussehen. Diese Version kann nun um beliebig viele Zusatzstangen, Haken, Ablagen bis hin zu Schublädchen erweitert werden und nimmt damit mehr und mehr Kleidungsstücke und Accessoires auf, ohne dabei überladen zu wirken. Ein guter Herrendiener hält die Sachen säuberlich getrennt bereit (was voraussetzt, dass er auch säuberlich behängt wird) und gestattet den Zugriff auf einzelne Teile, ohne dass alles durcheinandergebracht werden müsste. Hosen werden bevorzugt über Stangen gelegt, um ihre Bügelfalte zu erhalten. Ein Kleiderständer auf Rollen wird mobil, zum Wegfahren des Ensembles nach getanem Ablegen. Solch eine Variante wird man gern nehmen, wenn man beengte Verhältnisse in dem Zimmer hat, wo man sich auszukleiden und wieder anzukleiden pflegt, und der Platz nach Beendigung des Vorgangs für etwas anderes gebraucht wird. Stumme Diener können aus edlem Holz, aus Edelstahl oder auch einfach aus Kunststoff sein. Einige Formen ähneln dem Verlegenheitsdiener, einem gewöhnlichen Stuhl, da es beim Entkleiden und Ankleiden zweckdienlich sein kann, eine Sitzfläche zu haben. Andere sehen einem Garderobenständer ähnlich, sind aber nie so hoch und Hutablagen wird man auch nicht daran finden, da ein Hut - falls vorhanden - schon an der Garderobe gelassen wurde. Praktisch sind die klappbaren Modelle, die sich so platzsparend in einem Spalt zwischen Wand und Schrank, oder gleich darinnen, unterbringen lassen, wenn man sie nicht braucht. Eine Spezialform ist der Herrendiener, der eine Vorrichtung besitzt, die Hosen aufnehmen und plätten kann. Umfassend zu nennen ist die Lösung, die auch Ablagen für die Schuhe enthält. Der gemeinsame Nenner für wirklich alle stummen Diener ist der integrierte Bügel in Silhouette eines Schulter- und Nackenverlaufs, auf den Hemden, Jacken, Westen oder Pullover formgerecht aufgespannt werden.

Vorteile im Gebrauch eines Stummen Dieners

Unordnung ist einfach schrecklich. Wenn schon andere Dinge kreuz und quer durcheinanderliegen, muss nicht auch noch die Kleidung darunter geraten. Man kann es eilig haben und findet dann die Einzelteile nicht schnell genug, um noch den Bus zu erwischen. Ein Stummer Diener hält dagegen alles an einen Ort parat und ist nicht zu übersehen. Er erwartet nicht mal ein Trinkgeld für seine Ausdauer. Was auf ihm abgelegt, aufgespannt, umgehängt wurde, wird am nächsten Morgen noch knitterfrei, staubfrei und haarlos sein und nicht erst gebürstet oder abgeklopft werden müssen wie etwas, was am Abend zuvor achtlos auf den Boden geworfen wurde. Als fahrbarer Kleiderständer muss der Diener auch nicht in der Gegend herumstehen, sondern wird in eine Ecke gelotst, wo er weniger auffällt und man nicht darüberstolpern kann. Das Verschieben setzt freilich glatte Böden voraus und funktioniert schlecht auf dicken Teppichen oder gar Flokatis. Solche Versionen ohne Rollen können zwar auch noch herumgetragen werden und den Ort wechseln, da die gewöhnliche Belegung sie nicht zu Schwergewichten macht, doch läuft das dann nicht ganz so grazil als auf Rädern ab. Die artgerechte Unterbringung auf Bügel, Stange, Haken oder Fach (je nach Kleidungsart und Herrendiener-Modell) erspart Waschzyklen und Bügelaufwand, damit Arbeit und Geld. Steht der Diener auf dem Balkon oder der Terrasse, werden die Sachen durchlüftet und sind frischer, wenn man sie vom Gestell herunternehmen und nochmals anziehen möchte.

Überlegungen zur Aufstellung - wo und wozu?

Garderoben Set

Als Aufstellungsort wird man sich einen Bereich wählen, wo die Kleidung gewechselt oder abgelegt wird - und das wird meistens das Schlafzimmer oder ein Badezimmer sein. Bei Einzimmer-Appartments stellen sich solche Fragen natürlich nicht, aber auch hier wird man einen Kleiderständer auf Rollen so aufstellen, dass er Besuchern nicht begegnet und niemand darüber stolpert - hinter einer Trennwand vielleicht. Handelt es sich um ein Modell mit Sitzfläche, sollte keine Gelegenheit zu einer Verwechslung mit einem gewöhnlichen Stuhl geboten werden, da das peinlich werden könnte, wenn der Besucher seinen Irrtum bemerkt. Durch den Charakter als Kleiderablage, insbesondere da es sich um Stücke handelt, die näher am Körper getragen werden als Mäntel und Jacken, besitzt ein Stummer Diener schon einigen Anspruch auf Intimsphäre. Diese sollte allzeit beachtet und unversehrt bleiben. Wenn der Ständer allerdings im Schlafzimmer jemandem begegnet, kann schon davon ausgegangen werden, dass diese Art Besucher eine Intimsphäre nicht verletzten kann und noch ganz andere Anblicke tolerieren würde, ohne dass sich jemand auf den Schlips getreten fühlen muss. Schon weil der Schlips am Herrendiener hängt.

Hinweise zum Gebrauch eines Kleiderständers

Ein Stummer Diener sollte nur dann an prominenter Stelle herumstehen, wenn er auch in (regelmäßiger) Benutzung ist. Sonst tut es auch eine Zimmerecke, Abstellkammer oder ein Fach im Schrank als Aufbewahrungsort. Das gilt besonders für die klappbaren Varianten, die sichtbar auf platzsparende Unterbringung (während des Nichtgebrauchs) optimiert wurden. Handelt es sich um ein schönes Stück in edlem Holz und Metallbeschlägen, dann kann der Diener als Zweckmöbelstück einen dekorativen Charakter annehmen und braucht nicht versteckt zu werden. Wohnen zwei Personen zusammen, sollten auch zwei Diener vor sich hin schweigen und keine Vermengung der Teile auf einem einzigen Kleiderständer zugelassen werden, da dies doch wieder nur in einer Sucherei endet und der Vorteil der Übersichtlichkeit zurücktritt. Aufgestellt wird das gute Stück am Ort, wo man sich zu entkleiden oder umzukleiden pflegt. Ein zweiter fahrbarer Kleiderständer macht auch für eine einzige Person Sinn, wo gewöhnlich eine Umkleidung zwischen zwei Sets einzutreten pflegt, etwa bei zeitweisem Gebrauch von Berufskleidung, oder dort, wo noch zwischen Tages- und Abendgarderobe unterschieden wird. Dann muss nicht ständig aus dem Schrank zusammengesucht werden. Ein Dressboy, neben dem immer noch Kleidung über einen Stuhl oder übers Fußende des Bettes gelegt wird, sieht ziemlich deplatziert aus, ob er nun eingesetzt wird oder nicht.

Anschaffung des Herrendieners

Es wird nicht lange dauern, bis sich die Anschaffungskosten für den Kleiderständer amortisiert haben werden. Er wird wirklich niemals Gehalt verlangen und die Diskretion mitbringen, zu der nicht einmal ein englischer Butler fähig wäre - und das will etwas heißen. Kleidung, die mehr Schonung erfährt und weniger oft gewaschen und gebügelt werden muss, bleibt auch länger erhalten. Selbst wer selbst bügelt, wird einsehen, dass er durch weniger Bügeln infolge eines pfleglichen Umgangs der Kleidung auf dem Ständer Lebenszeit für andere Dinge zurückgewinnt. Je nach Hersteller und Handelshaus kann das Gestell als Bausatz gekauft und verschickt werden, oder kommt gleich fertig montiert im großen Karton. Ab einer gewissen Größe wird wohl eine Möbelspedition notwendig werden, wenn die Packmaße gängiger Versandgrößen der Paketdienste übertroffen werden. Wer einen Stummen Diener nicht für sich selbst braucht, kann einen solchen zum Geschenk für jemanden machen, der ein wenig ‚Nachhilfe‘ in Ordentlichkeit benötigt. Also kann der Kleiderständer auf Rollen zum Beispiel durch eine Mutter für den Sohn angeschafft werden, der an einem fernen Ort studieren geht, während sie von ihm weiß, dass er gern seine Klamotten über den Haufen wirft.

Wenn man’s bedenkt... Die psychologischen Aspekte

Es gibt zwar Leute, die ein Durcheinander lieben und geneigt sind, es ‚kreatives Chaos‘ zu nennen, das sie inspiriere. Doch wenn sie weniger gut gelaunt sind, geht ihnen dasselbe Chaos auf die Nerven. Unordnung kann depressiv machen. Ein Stummer Diener löst das Problem, wenigstens was Sachen zum Anziehen angeht. Auch wenn er keine Ordnung im Kleiderschrank ersetzen will und sich sein Zweck auf das Tagesgeschäft beschränkt. Ein fahrbarer Kleiderständer schafft neue Freiräume, setzt Blockaden frei - nicht allein durch seine Mobilität, dank der Rollen. Weniger Konflikte mit einem Partner, der es vielleicht weniger locker sieht mit der Ordentlichkeit und hysterisch reagiert bei der Konfrontation mit Unordnung, sind ein weiterer psychologischer Effekt im Gebrauch des Herrendieners. Ordnung kann Barrieren im eigenen Verhalten entfernen und die Beziehungen zu anderen Menschen erleichtern. Wer weiß, vielleicht sind auch schon Lebensgemeinschaften durch den diskreten Gebrauch von Stummen Dienern gerettet worden? Womöglich wurden Individuen durch Angewöhnung einer systematischen Ablage und Aufnahme ihrer Kleidung davor bewahrt, zum Messie zu werden?

Zusammenfassung

Garderobe mit SitzbankEs soll ja Möbel geben, die nur herum- und im Wege stehen, während sich ihr Nutzwert gegen Null bewegt. Ein Stummer Diener gehört hier ganz sicher nicht hinzu, denn er kann sich täglich nützlich machen. Wenn Sie dann anfangen mit ihm zu reden, wissen Sie, dass er voll zur Familie gehört und seinen festen, unverzichtbaren Platz im Inventar erlangt hat. Zusammenfassend sei daran erinnert, dass der Kleiderständer eine dauerhafte, sinnvolle Alltagsorganisationshilfe darstellt. Er hält Kleider sauber und knitterfrei, fern von Staub, Haaren und Haustieren in einigem Abstand zum Fußboden. Andere Möbelstücke, wie die so oft zweckentfremdeten Stühle, bleiben so für ihre eigentliche Bestimmung frei. Die Wohnung wirkt aufgeräumter, empfindliche Naturen fühlen sich nicht mehr durch ihr eigenes Chaos deprimiert. Besucher erhalten einen besseren Eindruck vom Haushalt, wenn sie nicht auf herumliegende Kleidungsstücke stoßen.


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